Wie der Zucker in die Tüte kam – Die Erfindung der Zuckersticks

Zucker wurde schon lange zu Kaffee oder Tee gereicht, doch gab es das Süßungsmittel entweder in loser Form, als Kandiszucker oder als Würfelzucker. Die Erfindung der Zuckertütchen mit einer Einzelportion Zucker für die Tasse geht auf den New Yorker Benjamin Eisenstadt zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg standen Maschinen zur Verfügung, die notwendig waren, um die kleinen Zuckerbeutel zu produzieren. Der Vorteil: Die Kosten waren etwa nur halb so hoch, wie die von Würfelzucker.

Eisenstadt, Sohn jüdisch-russischer Einwanderer, hatte in Brooklyn ein Café betrieben und war, als die Geschäfte nicht mehr so gut liefen, auf das Packen von Teebeuteln ausgewichen. Doch die Konkurrenz war recht hoch und so schien sich auch hier kein Geld verdienen zu lassen. Auf der Suche nach einer Geschäftsidee, schlug seine spätere Frau Betty vor, Zucker abzupacken. Als Café-Besitzer hatte Eisenstadt täglich die Zuckerspender und Zuckerstreuer auffüllen und von Verstopfungen befreien müssen und die in Papier verpackten Zuckertütchen schienen ein praktikabler und vor allem hygienischer Ersatz.

Vom Teebeutel zum Zuckertütchen

Mit großer Wahrscheinlichkeit verwendete Eisenstadt seine Maschine zum Abpacken von Teebeuteln, um die ersten „Zuckersticks“ herzustellen. Leider ließ er seine Erfindung nicht sofort patentieren und so verlor er einen Teil des Marktes an große Zuckerfirmen. Später erfand der New Yorker ein künstliches Süßungsmittel („Sweet ‚N Low“ – eine Mischung aus Sacharin, Dextrose und anderen Zutaten), mit dem er es dann doch noch zu Wohlstand brachte. Während die Zuckerpäckchen damals noch meist weiß waren, bedruckte Eisenstadt seine rosaroten Sweet ‚N Low-Päckchen mit einem Violinenschlüssel und kann somit auch auf diesem Gebiet als Vorreiter gelten.

(Quelle marketplace.org / nytimes.com)

Zuckerpäckchen – Eine Sammelleidenschaft

Wie für fast jedes andere Alltagsprodukt gibt es auch für die Zuckertütchen Sammler. Im Englischen heißt diese Sammelleidenschaft übrigens „sucrology“, es gibt sogar Clubs für dieses Thema (s. Link am Ende des Artikels). Da Zuckerticks in Cafés, Fast-Food-Ketten, Restaurants, bei Hotels, Fluglinien und auch für Events zum Einsatz kommen, ist es kaum möglich, alle Tütchen zu sammeln. Deshalb legen sich die „Zuckerologen“ oder „Zuckertelisten“ auf spezielle Themen fest, damit sich die Sammelleidenschaft nicht zu sehr ausweitet.

Die Adresse für Zuckersammler: zuckersammler.de

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